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Craniomandibuläre Dysfunktion oder CMD - Ursachen, Symptome, Diagnose und Therapiemöglichkeiten

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Die craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD, beschreibt ein komplexes Beschwerdebild, dem eine Störung im Zusammenspiel der Zähne von Ober- und Unterkiefer zugrunde liegt. Der Begriff leitet sich von Cranium (Schädel) und Mandibula (Unterkiefer) ab und bezieht sich auf das Missverhältnis derselben zueinander.

Wie Sie diesen Artikel lesen:

Sie sind Therapeut und möchten sich über Möglichkeiten der Behandlung einer CMD informieren?

- In den Kapiteln 4 und 5 finden Sie wichtige Informationen zur Korrektur der Kieferfehlstellungen, Mobilisierung der geschädigten Muskulatur und nachhaltigen Schmerzreduktion.

Bei Ihnen wurde eine CMD diagnostiziert oder Sie leiden unter chronischen Schmerzen, bei denen ein Zusammenhang mit dem Kauapparat vermutet wird?

- In Kapitel 2 lesen Sie alles Wissenswerte über mögliche Symptome einer craniomandbulären Dysfunktion.

- In Kapitel 4 erfahren Sie, welche zahnmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten und Therapiemaßnahmen zur Stabilisierung und Entlastung des Kauapparats sowie Entspannung der betroffenen Muskulatur Erfolg zeigen.

- Lesen Sie in Kapitel 5, welche sanften Therapiemöglichkeiten und Übungen akute Schmerzen lindern und die betroffenen Muskelgruppen wieder mobilisieren.

Sie möchten sich über das Beschwerdebild der craniomandibulären Dysfunktion informieren?

- Im folgenden Artikel erfahren Sie, wie eine CMD entsteht, welche Symptome auf eine Fehlfunktion des Kiefers hindeuten können und welche Diagnoseverfahren und Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen.

 

Inhaltsverzeichnis:

1. Ursachen und Auslöser einer CMD

1.1. Wie entsteht eine funktionelle Störung des Kauapparats?

1.2. Mögliche Auslöser einer CMD

2. Die craniomandibuläre Dysfunktion als vielfältiges Beschwerdebild

2.1. Offensichtliche Symptome von Fehlregulationen der Kiefergelenke

2.2. CMD-Symptome im Bereich von Gesicht, Kopf und Hals

2.3. Allgemeine Beschwerden als mögliche CMD-Symptome

3. Zahnärztliche Diagnose einer CMD

4. Behandlungsmöglichkeiten einer craniomandibulären Dysfunktion

4.1. Zahnmedizinische Behandlung einer CMD

4.2. Wichtige Therapieansätze zur Linderung der Beschwerden 

5. Unterstützende Therapiemaßnahmen

5.1. Lokale Vibrationstherapie zur Regulation des Muskeltonus

5.2. Wirksame Übungen gegen Verspannungen der Kaumuskulatur

5.3. Stressmanagement gegen psychoemotionale Belastung

5.4 Weitere Maßnahmen zur Linderung von CMD-Beschwerden

6. Häufig gestellte Fragen

 

1. Ursachen und Auslöser einer CMD 

Eine craniomandibuläre Dysfunktion ist auf Fehlregulationen der Kiefergelenke zurückzuführen, die sich aus unterschiedlichen Ursachen entwickeln können. Die Kiefergelenke sind Teil des Kauapparats, zu dem neben den Zähnen und dem Kieferknochen auch die Muskeln und Faszien von Kiefer, Zunge, Rachen und Nacken gezählt werden. Der Kauapparat ist daher ein hochsensibles und vielschichtiges System, dessen Bewegungsabläufe vom Gehirn direkt gesteuert werden. Kommt es aufgrund verschiedener Einflüsse zu einer ungleichmäßigen Belastung der Kiefergelenke, sind Fehlstellungen im Kauapparat die Folge. Diese führen langfristig zu Verspannungen verschiedener Muskelgruppen, die sich in vielfältigen Symptomen manifestieren können.

1.1. Wie entsteht eine funktionelle Störung des Kauapparats?

Bei einer CMD verschieben sich aufgrund einer chronischen Fehlbelastung der Kiefergelenke allmählich die Kontaktpunkte zwischen der oberen und unteren Zahnreihe, was bedeutet, dass die Zähne des Ober- und Unterkiefers nicht mehr harmonisch und naturgemäß ineinander greifen. Dies hat direkte negative Auswirkungen auf die Okklusion, also den Zusammenbiss. Eine sogenannte Makokklusion führt allmählich zur Veränderungen in der natürlichen Verteilung der für das Kauen verantwortlichen Muskulatur. Bei einer CMD liegt somit eine Schieflage im Gebiss vor, die in Funktionsstörungen des gesamten Kauapparats resultiert. Durch das Fehlen der natürlichen Kontaktpunkte kommt es zu einem unnatürlichen Beißverhalten, das Muskelverspannungen in verschiedenen Körperbereichen bedingt. Eine craniomandibuläre Dysfunktion betrifft zunächst vor allem die Gesichtsmuskulatur. Da diese über unzählige Nervenbahnen mit den Muskeln des Hals,- Nacken- und Rückenbereichs verbunden ist, können sich die mit den Verspannungen verbundenen Schmerzen im Rahmen einer CMD auch auf andere Körperregionen übertragen. Aufgrund dieser Schmerzprojektion geht eine craniomandibuläre Dysfunktion häufig mit Symptomen einher, die von Patienten und vielen Ärzten nicht mit dem Kauapparat in direkten Zusammenhang gesetzt werden.

1.2. Mögliche Auslöser einer CMD

Eine craniomandibuläre Dysfunktion kann durch unterschiedliche Einflüsse verursacht werden. Die einer CMD zugrundeliegenden Gelenksverschiebungen entstehen in den meisten Fällen durch das Fehlen von Zähnen oder das Durchbrechen und vollständige Herauswachsen eines Weisheitszahns aus dem Kieferknochen. Beide Faktoren führen unweigerlich zu einer unnatürlichen Okklusion. Auch wenn Zahnersatz wie Implantate oder Inlays und Kronen nicht optimal und korrekt angepasst sind, kann es durch Fehlen der natürlichen Kontaktpunkte zwischen Ober- und Unterzähnen zu einer schiefen oder beeinträchtigten Bisslage kommen. Allerdings geht eine Okklusionsstörung nicht automatisch mit Begleitsymptomen einher. In vielen Fällen ist der Kauapparat fähig, fehlende Kontaktpunkte zwischen oberer und unterer Zahnreihe zu kompensieren oder sich an Fehlstellungen anzupassen. Erst wenn die Dysharmonie eine Hyperaktivität der Muskulatur zur Folge hat, entwickeln sich Schmerzen oder Beschwerden, die eine Therapie notwendig machen.

Ebenso häufig wird eine CMD durch chronische Fehlhaltungen des Körpers ausgelöst. Viele Menschen, die berufsbedingt viel sitzen müssen, leiden an den vielfältigen Symptomen einer CMD. Eine falsche Sitzhaltung mit verkrümmtem Rücken, ein während der Computerarbeit stundenlang leicht schräg gehaltener Kopf oder eine schiefe Stellung der Schultern sind weit verbreitete Ursachen der CMD. Fehlhaltungen des Nackens oder der Wirbelsäule sind nicht nur Auslöser von Schmerzen im Oberkörper, sondern haben auch einen direkten negativen Einfluss auf die Kaumuskulatur und damit verbunden das natürliche Gleichgewicht der Gelenkpfannen im Kiefer. Auch berufsbedingte oder durch eine problematische Situation ausgelöste chronische Stressbelastung kommt als Ursache einer CMD in Betracht. Viele Menschen, die im Alltag mit Stress und Hektik konfrontiert sind, verspannen oft unbewusst die Gesichtsmuskeln, was sich negativ auf die Kiefergelenke auswirkt. Psychoemotionale Probleme werden auch oft unbewusst mit Zusammenbeißen, Pressen oder Knirschen der Zähne - einem sogenannten Bruxismus - kompensiert. Ebenso ist es möglich, dass Stress und Sorgen einen Bruxismus während der Nachtruhe bedingen. Diese unnatürliche Belastung des gesamten Kauorgans verstärkt die Verspannungen der Muskulatur und die damit einhergehenden Schmerzen. 

Das sensible Gleichgewicht des Kauorgans kann auch durch Unfälle oder Verletzungen im Bereich der gesamten Wirbelsäule gestört werden. Nach Unfällen, die mit einem Schleudertrauma einhergehen, entwickelt sich oft eine craniomandibuläre Dysfunktion, da es zu Verschiebungen der Wirbel und in weiterer Folge Verspannungen der Nacken-, Kiefer- und Gesichtsmuskulatur kommt. Dasselbe gilt für operative Eingriffe im Bereich des Kopfes und Halses, die ebenfalls die Entstehung einer CMD begünstigen können.

2. Die craniomandibuläre Dysfunktion als vielfältiges Beschwerdebild

So vielfältig ihre Ursachen und Auslöser sind auch die Symptome einer CMD. In vielen Fällen leben die Patienten mehrere Jahre lang mit vermeintlich therapieresistenten Beschwerden, die sich unterschiedlich manifestieren können und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Eine unbehandelte craniomandibuläre Dysfunktion kann auf die körperliche Gesundheit ebenso negative Auswirkungen haben wie auf die Psyche. Nur selten vermuten die Betroffenen einen direkten Zusammenhang mit dem Kauapparat. Verschiebungen der Kiefergelenke haben im Körper weitreichende Folgen, wobei die Verkettung der Fehlfunktionen in beide Richtungen funktionieren kann. So ist es möglich, dass Schiefstände in der Hüfte und orthopädische Beschwerden durch eine craniomandibuläre Dysfunktion verursacht werden oder diese ihrerseits bedingen.

2.1. Offensichtliche Symptome von Fehlregulationen der Kiefergelenke

Häufig geht eine craniomandibuläre Dysfunktion zunächst mit Beschwerden einher, die sich fühlbar auf Zähne, Kauverhalten, Kiefer oder Mundhöhle auswirken. Weit verbreitete, durch eine CMD verursachte Beschwerden sind ein hörbares Knacken und Reiben oder Schmerzen in den Kiefergelenken. Viele Betroffene stellen Einschränkungen fest, wenn sie den Mund öffnen oder schließen. Andere Patienten leiden unter Taubheitsgefühlen der Mundhöhle oder Zunge sowie einem unerklärlichen Brennen des Gaumens. Auch schmerzempfindliche Zähne oder ein sensibles Zahnfleisch können darauf hindeuten, dass eine craniomandibuläre Dysfunktion vorliegt. Viele Betroffene suchen ihren Zahnarzt auf, da sie spüren, dass Ober- und Unterkiefer nicht exakt aufeinandertreffen oder sich die Bisslage und das Kauverhalten durch einen Zahnersatz verändert haben.

2.2. CMD-Symptome im Bereich von Gesicht, Kopf und Hals

Durch die enge Vernetzung der Muskulatur im gesamten Gesichts-, Kopf- und Nackenbereich können Fehlstellungen der Gelenkpfannen im Kiefer vielfältige Beschwerden auslösen, bei denen die Betroffenen kaum einen Zusammenhang mit dem Kauapparat vermuten. Bei Migräne und unerklärlichen Kopfschmerzen über einen längeren Zeitraum, schmerzhaften Verspannungen der Gesichtsmuskulatur und Tinnitus sollten die Betroffenen immer einen CMD-erfahrenen Zahnarzt konsultieren. Auch chronisches Jucken in den Ohren, ein plötzlich vermindertes oder verändertes Hörempfinden, Augenschmerzen, Licht- und Berührungsempfindlichkeit oder Sehstörungen können darauf hindeuten, dass eine craniomandibuläre Dysfunktion vorliegt. 

Auch im Halsbereich kann eine CMD verschiedene Beschwerden auslösen, die kaum eine Verbindung zum Kauapparat vermuten lassen. Viele Patienten leiden beispielsweise an stimmlichen Veränderungen, Heiserkeit, ständigem Räuspern oder plötzlichen Einschränkungen bei der Lautbildung. Auch Schluckprobleme, Globusgefühl oder chronische Halsschmerzen ohne Vorliegen einer Infektion können auf eine craniomandibuläre Dysfunktion zurückzuführen sein. Während der Nachtruhe treten Schnarchen und laute Atemgeräusche als mögliche Begleitsymptome einer CMD auf. 

2.3. Allgemeine Beschwerden als unspezifische CMD-Symptome

Viele Menschen mit einer Fehlregulation des Kauorgans leiden viele Jahre lang an unspezifischen Begleitsymptomen, die das Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Auf der körperlichen Ebene kann eine unbehandelte craniomandibuläre Dysfunktion mit Nackensteifigkeit und Rückenschmerzen, die auch in die Schulter ausstrahlen, ebenso einhergehen wie mit Taubheitsgefühlen in Armen und Händen sowie unerklärlichen orthopädischen Beschwerden, die die Bandscheiben, Knie, Füße und andere Teile des Bewegungsapparats betreffen können. Schlafstörungen und damit einhergehende Müdigkeit und Erschöpfung sowie Stimmungsschwankungen, innere Unruhe und Angstzustände sind psychische Probleme, die häufig auf eine Fehlfunktion des Kauorgans zurückzuführen sind.

3. Zahnärztliche Diagnose einer CMD

Die craniomandibuläre Dysfunktion gilt seit einigen Jahren als Volkskrankheit, da Schätzungen zufolge bis zu zwanzig Prozent der Gesamtbevölkerung von den damit einhergehenden Symptomen betroffen sind. Auffallend ist, dass immer mehr junge Menschen aufgrund der modernen Arbeits- und Lebensgewohnheiten Beschwerden entwickeln, die in engem Zusammenhang mit einer CMD stehen. Aus diesem Grund spezialisieren sich Zahnärzte zunehmend auf die moderne Funktionsdiagnostik und CMD-Behandlung, um den chronischen Schmerzen und Beschwerden auf ursächliche Weise entgegenzuwirken.

Die CMD-Diagnostik basiert auf einer Funktionsanalyse, die die Lagebeziehung zwischen dem Kiefer und Schädel, die Stellung der Zähne im Oberkiefer- und Unterkiefer zueinander sowie die Bewegungsabläufe in den Kiefergelenken detailliert bewertet. Die Funktionsanalyse kommt zum Einsatz, wenn Patienten über chronische und therapieresistente Schmerzen klagen. Sie beinhaltet klinische und manuelle Ansätze ebenso wie eine Okklusionsanalyse mit speziellen Instrumenten. Der Zahnarzt führt einerseits ein ausführliches Patientengespräch, um die Schmerzsymptome zu erfassen sowie Informationen über die Krankengeschichte und eventuelle Stressbelastung zu erhalten. Eine manuelle Untersuchung der Kaumuskulatur und Zahnkontakte liefert erste wichtige Hinweise über eine mögliche Fehlfunktion des Kauorgans. 

Im Anschluss erfolgt im Rahmen einer instrumentellen Funktionsanalyse die genaue Bewertung der Okklusion. Dazu kommen ein Gesichtsbogen und Artikulatur zum Einsatz, mit denen die habituellen Kiefergelenkbewegungen gemessen und mit der idealen Position verglichen werden können. Fallen dabei Abweichungen auf, kann der behandelnde Zahnarzt gegebenenfalls eine Funktionstherapie zur Behandlung der CMD einleiten.

4. Behandlungsmöglichkeiten einer craniomandibulären Dysfunktion

Der zahnärztlichen Diagnose und Behandlung kommt bei CMD eine zentrale Rolle zu. Um die Ursachen und Symptome des Beschwerdebildes nachhaltig zu beheben, bedarf es jedoch einer interdisziplinären Behandlung. Neben CMD-erfahrenen Zahnärzten sind je nach individuellem Symptombild auch Physiotherapeuten und Orthopäden maßgeblich am Erfolg der Behandlung beteiligt. 

4.1. Zahnmedizinische Behandlung einer CMD 

Zahnärzte, die sich auf die Behandlung der CMD und die Okklusionstherapie spezialisiert haben, setzen heute erfolgreich die sogenannte DROS-Therapie ein. Dabei handelt es sich um eine Therapiemethode, die als ursächliches Behandlungskonzept entwickelt wurde und die Harmonisierung der Kiefergelenkstellung und Okklusion zum Ziel hat. Dazu wird speziell für den jeweiligen Patienten eine Ausfbissschiene oder DROS-Schiene angefertigt, die auf mehreren Ebenen eine therapeutische Wirkung entfaltet. Wird eine craniomandibuläre Dysfunktion ohne Folgeerkrankung diagnostiziert, ist die Aufbissschiene eine wichtige Maßnahme zur Vorbeugung von Muskelverspannungen, Schmerzzuständen, Migräne und anderen Begleitsymptomen einer CMD. Sind bereits Haltungsschäden entstanden, ist die DROS-Schiene Grundvoraussetzung für den Erfolg einer physiotherapeutischen oder orthopädischen Behandlung.

Das Tragen der Aufbissschiene behebt die Fehlkontakte zwischen den Zähnen und führt zu einer Entspannung der gesamten Muskulatur des Kauapparats. Im weiteren Verlauf der Behandlung bewirkt die Aufbissschiene eine allmähliche Neuorientierung des Unterkiefers, Harmonisierung der Bisslage und Entlastung sowie Stabilisierung der Kiefergelenke. Im Rahmen der zahnärztlichen Behandlung finden in regelmäßigen Abständen Kontrolltermine statt, um die Stellung von Ober- und Unterkiefer zu beobachten und gegebenenfalls Anpassungen der Schiene vorzunehmen. Nach erreichtem Therapieziel kann es notwendig werden, verschiedene kieferorthopädische oder prothetische Behandlungsmaßnahmen zu setzen, um einen fehlerhaften Zahnersatz zu korrigieren und die eigentliche Ursache der Fehlstellung nachhaltig zu beheben.

4.2. Wichtige Therapieansätze zur Linderung der Beschwerden

In der Regel lassen die durch Fehlstellungen im Kauorgan verursachten Schmerzen und Beeinträchtigungen der Körperstatik durch das regelmäßige Tragen einer DROS-Schiene innerhalb von wenigen Monaten nach. Sind als Folge einer über einen längeren Zeitraum nicht diagnostizierten CMD bereits Haltungsschäden entstanden, wird eine interdisziplinäre Behandlung notwendig. Eine intensive Betreuung durch einen Physiotherapeuten oder Orthopäden in Absprache mit dem Zahnarzt stellt sicher, dass die Probleme des Bewegungsapparats langfristig behoben werden. Im Rahmen der orthopädischen Behandlung werden Funktionsveränderungen durch die Wirkung der DROS-Schiene analysiert und die Körperstatik abgestimmt. Erst wenn das Tragen der Aufbissschiene eine deutliche Wirkung zeigt, ist es sinnvoll, eine physiotherapeutische Behandlung zu beginnen. Durch die Stabilisierung der Kaumuskulatur werden nach und nach auch die Muskeln anderer Körperbereiche von Ihren pathologischen Fehlspannungen befreit. Dies schafft die optimalen Grundvoraussetzungen für die physiotherapeutische Mobilisierung der Gelenke und Muskulatur.

5. Unterstützende Therapiemaßnahmen

Begleitend haben sich verschiedene Therapiemethoden bewährt, um das individuelle Schmerzempfinden zu reduzieren und den Erfolg der interdisziplinären Behandlung zu unterstützen oder zu beschleunigen. Selten ist eine fortgeschrittene CMD nur auf eine Ursache zurückzuführen, sondern resultiert aus einem Zusammenspiel von körperlichen und seelischen Einflüssen. Dementsprechend können unterschiedliche Therapiemaßnahmen wesentlich dazu beitragen, seelische Blockaden und Störungen der Muskelkoordination gänzlich zu beseitigen.

5.1. Lokale Vibrationstherapie zur Regulation des Muskeltonus

Bei Menschen, die lange an den Folgen einer Fehlfunktion des Kauorgans leiden, sind viele Muskelpartien in unterschiedlichen Körperregionen aufgrund von Überbeanspruchungen oder Schonhaltungen verdickt oder verkürzt. Auch die Faszien des Bindegewebes, welche die betroffenen Muskeln umgeben, sind häufig geschädigt. Dies wirkt sich auf den gesamten Muskeltonus, also den Spannungszustand der Muskeln, negativ aus. Hier setzt die lokale Vibrationstherapie mit der Anwendung von NOVAFON Schallwellengeräten an. Viele Physiotherapeuten setzen diese gezielt zu Beginn oder während jeder Therapieeinheit ein. Die mehrere Zentimeter ins Gewebe reichende Tiefenstimulation regt die Selbstheilung der betroffenen Muskelzellen an und bewirkt eine nachhaltige Regulation des Muskeltonus. Die Patienten können die Geräte auch problemlos zuhause anwenden, beispielsweise vor Übungen oder zur Entspannung der Kaumuskulatur. Mit einem intraoralen Aufsatz ist es zudem möglich, auch durch eine CMD bedingte Verspannungen oder Taubheitsgefühle in der Mundhöhle auf sanfte Weise gezielt zu behandeln.

5.2. Wirksame Übungen gegen Verspannungen der Kaumuskulatur 

Im Alltag regelmäßig durchgeführte Übungen bewirken eine nachhaltige Entspannung der Kaumuskulatur. Zur Lockerung des Unterkiefers sollten sich Betroffene mehrmals täglich auf die Kante eines Stuhls setzen, die Hände auf dem Tisch ablegen und die Augen schließen. Die Lippen sollten sich berühren, zwischen den Zahnreihen bleibt eine Öffnung, während die Zunge hinter den oberen Zähnen locker aufliegt. Diese Position wird bei ruhigem Ein- und Ausatmen mehrere Minuten lang gehalten. Ebenso wirksam ist das langsame Öffnen und Schließen des Mundes bei gleicher Körperposition. Die Bewegungen sollten zu Beginn eher klein sein und mit der Zeit größer und dabei fließend und leicht werden.

Zum Training der Kaumuskulatur haben sich die folgenden beiden Übungen bewährt. Die Finger der rechten Hand liegen seitlich am Unterkiefer. Dieser wird nun nach rechts bewegt, während die Finger einen Gegendruck verursachen und verhindern, dass sich die Zahnreihen verschieben. Nach einigen Wiederholungen wird die Übung mit den Fingern der linken Hand auf der anderen Seite des Kiefers durchgeführt. In der zweiten Übung wird der Gegendruck durch den unter dem Kinn liegenden Handrücken erzeugt. Der Unterkiefer wird nach unten gedrückt. Diese Position sollte mehrere Sekunden gehalten werden, bevor die Muskeln wieder entspannen.

5.3. Stressmanagement gegen psychoemotionale Belastung 

In vielen Fällen sind zusätzlich zur medizinischen und therapeutischen CMD-Behandlung auch verschiedene Maßnahmen notwendig, um die psychische Gesundheit zu stabilisieren. Ist ein stressbedingter Bruxismus Auslöser der Kiefergelenkfehlstellung, reichen das Tragen einer Aufbissschiene und Übungen zur Lockerung der Muskulatur alleine nicht aus, um die Störung zu beheben. Verschiedene Methoden zum Stressabbau wie autogenes Training, Meditation, Hypnose, Yoga und andere sanfte Sportarten sowie Bewegung an der frischen Luft sind wichtige Grundvoraussetzungen dafür, dass sich innere Spannungen und Blockaden lösen. Nur durch eine deutliche Reduktion der Stressbelastung kann ein Bruxismus dauerhaft behoben werden.

5.4 Weitere Maßnahmen zur Linderung von CMD-Beschwerden 

Um die chronischen Schmerzen zu lindern, kann auch die Anwendung alternativer Behandlungsmethoden und Hausmittel sinnvoll sein. Je nach Auslöser haben sich zur unterstützenden ursächlichen CMD-Behandlung die Akupunktur, die homöopathische Bruxismus-Therapie und die Osteopathie bewährt. Kälte- und Wärmeanwendungen mit Kirschkernkissen, Fangopackungen und Rotlichtlampe sowie Auflagen mit durchblutungsfördernden natürlichen Wirkstoffen wie essigsaurer Tonerde, Ingwer, Melisse, Lavendel oder Rosmarin lindern die akuten Schmerzen der Muskulatur.

6. Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet craniomandibuläre Dysfunktion?

Der Begriff beschreibt eine Fehlfunktion der Kiefergelenke, die aus einem Missverhältnis zwischen Schädel und Unterkiefer resultiert.

Welche Symptome sind typisch für eine CMD?

Die Symptome sind äußerst vielfältig, oft unspezifisch und reichen von Migräne, Schmerzen der Gesichtsmuskulatur und des gesamten Bewegungsapparats bis zu Beeinträchtigungen von Hör-, Seh- und Stimmvermögen sowie psychischen Problemen wie Schlafstörungen oder innerer Unruhe.

Wodurch entsteht eine craniomandibuläre Dysfunktion?

Als Ursachen kommen sowohl fehlende Zähne, falsch angepasster Zahnersatz und aus dem Kiefer vollständig herausgewachsene Weisheitszähne als auch berufsbedingte Fehlhaltungen, chronischer Stress sowie Schleudertraumen und Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule in Betracht.

Wie häufig tritt eine craniomandibuläre Dysfunktion auf?

Schätzungen zufolge sind heute bis zu zwanzig Prozent der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen von diesem Beschwerdebild betroffen. Dies ist vor allem auf die modernen Lebens- und Arbeitsgewohnheiten zurückzuführen.

Wie wird eine CMD behandelt?

Die Fehlstellungen der Kiefergelenke werden durch das Tragen einer durch den Zahnarzt speziell angepassten DROS-Schiene korrigiert. Bei Begleitsymptomen wie chronischen Schmerzen und fehlerhafter Körperstatik ist eine interdisziplinäre Behandlung notwendig, die auch eine orthopädische und physiotherapeutische Betreuung miteinbezieht. Alternative Behandlungsansätze unterstützen die Therapie und reduzieren die chronischen Schmerzen.

Was können Patienten selbst tun?

Regelmäßig durchgeführte Übungen lockern die Muskulatur des Kauapparats und lindern dadurch Schmerzen. Eine gezielte Stressbewältigung durch Entspannungstechniken und sanfte Sportarten wirkt seelisch bedingtem Bruxismus entgegen.

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