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Arthrose – Ursachen, Formen, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten von Gelenkverschleiß

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Die Arthrose bezeichnet eine degenerative Gelenkerkrankung, die mit dem Verlust von Knorpelgewebe einhergeht. Unbehandelt verursacht sie neben starken Schmerzen auch zunehmende Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit. Eine frühzeitige Behandlung kann das Fortschreiten dieser Erkrankung verhindern. 

Wie Sie diesen Artikel lesen: 

Sie leiden unter Arthrose und möchten sich über die Grundlagen Ihrer Erkrankung sowie wirksame Behandlungsmöglichkeiten informieren?

- Lesen Sie in den Kapiteln 2 bis 4 alles Wissenswerte über Ursachen, Risikofaktoren, Verlauf und Diagnose.

- Kapitel 5 enthält wichtige Informationen über konservative und ganzheitliche Behandlungsmöglichkeiten.

- Erfahren Sie in den Kapiteln 6 und 7, was Sie selbst tun können, um den Verlauf der Erkrankung zu verzögern und den Erfolg der Behandlung gezielt zu unterstützen.

Sie suchen nach fundierten Informationen über moderne Therapieoptionen und ganzheitliche Behandlungsmöglichkeiten, um das Leiden Ihrer Patienten zu lindern und den Verlauf der Erkrankung zu verzögern? 

- Kapitel 6 fasst alle konservativen und bewährten alternativen Behandlungsmaßnahmen übersichtlich zusammen.

- Lesen Sie in den Kapiteln 7 und 8, was Sie Ihren Patienten raten sollten, damit diese den Behandlungserfolg ihrerseits aktiv unterstützen.

 

Inhaltsverzeichnis: 

1. Die Arthrose – Häufigste Gelenkerkrankung weltweit

2. Ursachen, Auslöser und Risikofaktoren

2.1. Organische Ursachen der Arthrose

2.2. Auslöser der primären und sekundären Arthrose

3. Symptome und Verlauf der Arthrose

4. Formen der Arthrose und deren spezifische Symptome

5. Diagnose der Arthrose

6. Behandlung und Therapiemöglichkeiten

6.1. Medikamentöse Behandlung

6.2. Physiotherapeutische Behandlungsmethoden

6.2.1. Die positive Wirkung von Wärme, Kälte und Strom

6.2.2. Die Lokale Vibrationstherapie bei Arthrose

6.3. Orthopädische Hilfsmittel für Arthrose-Patienten

6.4. Operative Behandlung der Arthrose

7. Auswirkung der Ernährung auf das Krankheitsgeschehen

7.1. Basenüberschüssige Ernährung zum Schutz der Gelenke

7.2. Durch Gewichtsreduktion Krankheitsverlauf positiv beeinflussen

7.3. Die wichtigsten Nährstoffe für gesunde Gelenke auf einen Blick

8. Bewegung als wichtige Maßnahme gegen das Fortschreiten der Arthrose

9. Häufig gestellte Fragen

 

1. Die Arthrose – Häufigste Gelenkerkrankung weltweit 

Die Arthrose, auch unter den Begriffen "Osteoarthrose" und "Gelenkverschleiß" bekannt, gilt weltweit als die häufigste Erkrankung der Gelenke. Sie betrifft vor allem Menschen ab dem fünften Lebensjahrzehnt, kann aber auch in jüngeren Lebensjahren auftreten. Ab einem Alter von über 65 Jahren sind rund 90 Prozent aller Menschen von einer oder mehreren Formen der Arthrose betroffen. Bereits im vierten Lebensjahrzehnt entwickelt fast ein Viertel aller Menschen in den westlichen Industrienationen erste Symptome, die auf einen schleichenden Gelenkverschleiß hindeuten. In den meisten Fällen treten die ersten Beschwerden jedoch im Alter zwischen 50 und 60 Jahren auf.

Im Folgenden wird eine Statistik von der Anzahl der Hauptdiagnosen von Polyarthritis und Arthrose in deutschen Krankenhäusern nach Altersgruppe im Jahr 2016 aufgezeigt.

Häufig wird die Arthrose fälschlicherweise mit der (rheumatoiden) Arthritis verwechselt. Während es sich dabei jedoch eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung handelt, wird die Arthrose den degenerativen, also verschleißbedingten Krankheiten, zugeordnet. Allerdings können in den betroffenen Gelenken aufgrund des mit einer Arthrose verbundenen Knorpelverschleißes wiederholt Begleitentzündungen auftreten, die Schmerzen und Schwellungen verursachen.

2. Ursachen, Auslöser und Risikofaktoren

Grundsätzlich ist ein gewisser Verschleiß der Gelenke mit zunehmendem Alter durchaus normal. Bei einer Arthrose geht dieser jedoch über das altersübliche Maß hinaus und führt zu einem fortschreitenden Verlust von Knorpelsubstanz. Die Knorpelmasse ist wie die knöchernen Gelenkflächen, die Gelenkkapsel, Gelenkmembran und die mit der Gelenkflüssigkeit gefüllten Bestandteile an einer reibungslosen und schmerzfreien Bewegung maßgeblich beteiligt. Kommt es in einem dieser Teile zu degenerativen Prozessen, hat dies direkte negative Auswirkungen auf die Funktionsweise des gesamten Gelenks.

2.1. Organische Ursachen der Arthrose

Die genauen organischen Ursachen der degenerativen Prozesse in der Knorpelsubstanz sind bis heute nicht eindeutig erforscht. Vermutet wird ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die mechanischer und biologischer Natur sind. Dem Knorpelverschleiß liegt eine wissenschaftlich noch nicht ausreichend erklärbare Stoffwechselstörung des empfindlichen Gleichgewichts zwischen Aufbau und Abbau von Knorpelmasse zugrunde. Diese Störung führt allmählich zu Schädigungen und Veränderungen des Knorpelgewebes. Dessen Struktur wird zunehmend weicher, dünner und anfälliger für Risse.

Die Gewebeveränderung setzt eine Kettenreaktion in Gang. Der Verlust von schützendem Knorpelgewebe hat das Freiliegen von Knochenmaterial an verschiedenen Stellen des Gelenks zur Folge. Die Gelenkinnenhaut reagiert darauf mit einer Entzündung, die je nach Stadium der Arthrose mit starken Schmerzen, Schwellung des betroffenen Bereiches sowie allmählichen Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit des Gelenks verbunden ist. 

2.2. Auslöser der primären und sekundären Arthrose

Abhängig von den Auslösern und begünstigenden Faktoren unterscheiden Wissenschaftler zwischen zwei Formen der Erkrankung.

Die primäre oder idiopathische Arthrose lässt keine definierbaren Ursachen oder Auslöser erkennen. Diese Form gilt als typische Alterserscheinung, der eine natürliche Degeneration von Gewebe zugrunde liegt. Die Symptome der primären Arthrose treten meist ab einem Alter von etwa fünfzig Jahren erstmals auf.

Die sekundäre Arthrose kann sich auch in jüngerem Lebensalter manifestieren und ist die direkte Folge verschiedener bekannter Auslöser. In den meisten Fällen hängen diese mit einem ungünstigen Lebensstil und einer einseitigen Ernährung zusammen. Menschen mit Übergewicht sind einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, an Arthrose zu erkranken. Übermäßiges Körpergewicht bedeutet für den gesamten Bewegungsapparat, besonders jedoch für die Gelenke im Knie- und Hüftbereich, eine erhebliche Überbelastung. Auch Stoffwechselerkrankungen, die sich in erster Linie durch eine langfristige Fehlernährung entwickeln, sind als Risikofaktoren und häufige Ursachen der sekundären Arthrose bedeutsam. Auffallend ist, dass viele Menschen mit Diabetes mellitus, Rheuma oder Gicht gleichzeitig auch an Arthrose leiden.

Die Gesundheit des gesamten Bewegungsapparats beeinflusst maßgeblich, ob ein Mensch an einer Sekundärarthrose erkrankt oder nicht. Langfristige Fehlhaltungen, orthopädische Beschwerden und körperliche Überbelastungen, die beim Ausführen verschiedener beruflicher Tätigkeiten unvermeidbar sind, sind wie falsche Ernährungsgewohnheiten häufige Auslöser von Gelenkverschleiß. Wer berufsbedingt häufig kniet, täglich stundenlang stehen, sich bücken und/oder schwere Lasten heben und bewegen muss, trägt ein hohes Arthrose-Risiko in sich. Auch Hobby- und Berufssportler, die ihre Gelenke durch einseitige Bewegungsmuster oder unnatürliche Körperhaltungen beim Training belasten, entwickeln häufig eine Arthrose. Ebenso ist es möglich, dass mangelnde Bewegung an der Entstehung der Erkrankung ursächlich beteiligt ist. Vor allem Menschen, die durch ihre Bürotätigkeiten täglich stundenlang sitzen und in ihrer Freizeit körperlich wenig aktiv sind, sind von Arthrose betroffen. In den Füßen kann sich eine Arthrose entwickeln, wenn über viele Jahre hinweg schlecht sitzendes Schuhwerk oder Pumps mit hohen Absätzen getragen wurden.

Gelenkverschleiß kann auch als Begleiterscheinung oder Folge von verletzungs- beziehungsweise unfallbedingten Schädigungen von Knochensubstanz auftreten. Insbesondere nach Knochenbrüchen, die schlecht verheilt sind, manifestiert sich oft noch Jahre oder sogar Jahrzehnte später an der betroffenen Stelle ein Gelenkverschleiß.

3. Symptome und Verlauf der Arthrose 

Das Krankheitsbild der Arthrose kennt viele Gesichter und ist mit vielfältigen Beschwerden verbunden, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Schmerzen und Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit stehen im Vordergrund. Die Ausprägung und Intensität der Symptome richten sich daran, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Je nach Verlauf macht sich der Gelenkverschleiß durch unterschiedliche Beschwerden bemerkbar, die kontinuierlich zunehmen. 

Nach der Outerbridge-Klassifikation wird der Verlauf der Arthrose in vier Stadien unterteilt:

- Stadium I ist von einer Erweichung der Knorpelsubstanz gekennzeichnet, deren Oberfläche ist jedoch noch intakt. In dieser Frühphase stellen die Betroffenen keinerlei Anzeichen fest. Die Veränderungen im Knorpelgewebe sind lediglich auf einem Röntgenbild sichtbar, die Erkrankung ist klinisch sonst unauffällig. 

- Stadium II geht mit einem oberflächlichen, von Einrissen gekennzeichneten Knorpelschaden einher. Dieser macht sich allmählich durch erste Symptome bemerkbar. Ab dem zweiten Stadium wird die Erkrankung als "aktivierte Arthrose" bezeichnet. Steife- und Spannungsgefühle, Knackgeräusche bei Bewegung des betroffenen Gelenks, Anlaufschmerzen nach Ruhe und zu Beginn jeder Bewegung sowie leichte Belastungsschmerzen sind erste deutliche Hinweise für eine Arthrose. Viele Patienten klagen in dieser Phase auch über Wetterfühligkeit.

- In Stadium III sind die Schädigungen tiefergreifend. Durch die fortschreitende Zerstörung des Knorpelgewebe bedingen abgestorbene Zellen eine Entzündungsreaktion in der Gelenkinnenhaut. Diese wird als reaktive Synovitis bezeichnet und geht mit Schwellungen, starken Schmerzen, Überwärmung und Rötung der betroffenen Bereiche einher. Phasen mit großen Schmerzen werden von schmerzarmen Perioden abgelöst. Bei ausbleibender Behandlung geht die Entzündung auf den gesamten Gelenkapparat über. Dies ist mit intensiven Dauerschmerzen verbunden, die auch in Ruheposition des betroffenen Gelenks bestehen bleiben. Als Folge der zunehmenden Instabilität des Gelenks leiden die Betroffenen unter erheblichen Bewegungseinschränkungen.

- In Stadium IV verschwindet die schützende Knorpelsubstanz gänzlich, sie ist bis zu den Knochenflächen abgenutzt. Das Spätstadium wird von Medizinern daher als "Knorpelglatze" bezeichnet. Dieser Prozess begünstigt im betroffenen Gelenk Veränderungen von Knochenmaterial, die zu Verformungen führen. Ärzte sprechen in solchen Fällen von einer Arthrosis deformans. Die Patienten nehmen durch die deutlich eingeschränkte Mobilität und die stark ausgeprägten Dauerschmerzen Schonhaltungen ein, die zu Muskelverkürzungen führen und die Funktion des gesamten Bewegungsapparats beeinträchtigen.

4. Formen der Arthrose und deren spezifische Symptome

Die degenerativen Prozesse, die der Arthrose zugrunde liegen, können theoretisch in jedem Gelenk auftreten. Allerdings sind vor allem jene Gelenke betroffen, die durch alltägliche Tätigkeiten oder das Tragen des gesamten Körpergewichts besonders belastet werden. Mediziner unterscheiden je nach Lokalisation des Gelenkverschleißes mehrere Arten der Erkrankung:

- Die Hand- und Fingerarthrose zeigt sich besonders häufig im Daumensattelgelenk, im Handgelenk und in Mittel- und Endgelenken der Finger. Diese Form der Erkrankung betrifft vor allem Frauen nach der Menopause. Die Patienten leiden nicht nur unter morgendlicher Steifigkeit und Schmerzen in den Fingern, sondern oft auch unter Kälteempfindlichkeit. Neben hormonellen Einflüssen dürften erbliche Faktoren eine Rolle spielen, da Häufungen in Familien zu beobachten sind. Im Spätstadium treten aufgrund der knöchernen Verdickungen seitlich der Fingergelenke die charakteristischen Achsabweichungen der Finger auf.

- Ist das Hüftgelenk betroffen, sprechen Mediziner von der sogenannten Coxarthrose. Bei dieser Form der Erkrankung kommt es zur Zerstörung von Knorpelgewebe im Bereich von Hüftpfanne oder Hüftkopf. Charakteristisch für diese Form sind kontinuierlich zunehmende Schmerzen im Bereich der Leiste sowie ein Schweregefühl in den Beinen.

- Liegt eine sogenannte Omarthrose vor, zeigt sich die Zerstörung von Knorpelsubstanz im Schultergelenk. Diese Form der Erkrankung äußert sich in starken Schmerzen beim Anheben des Armes der betroffenen Körperhälfte. Dies ist mit erheblichen Einschränkung der Beweglichkeit verbunden. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium können alltägliche Tätigkeiten aufgrund der Schmerzen und Steifheit des Schultergelenks kaum mehr ausgeführt werden.

- Bei Menschen, die unter der Gonarthrose leiden, finden die degenerativen Prozesse im Kniegelenk statt. Diese haben direkte negative Auswirkungen auf viele Körperbewegungen, denn jede Belastung des Knies löst heftige Druckschmerzen aus. Insbesondere beim Treppensteigen leiden die Betroffenen unter starken Schmerzen.

- Im Sprunggelenk macht sich die Arthrose durch Schwellungen und Belastungsschmerzen bemerkbar. Die Patienten sind nur noch eingeschränkt in der Lage, den Fuß abzurollen. 

- Auch in den Wirbelgelenken kann sich eine Arthrose entwickeln. Typisch für diese Ausprägung der Erkrankung ist das von den Jahreszeiten abhängige Auftreten der Schmerzen.

Es ist möglich, dass gleichzeitig Gelenke in verschiedenen Körperregionen betroffen sind. In solchen Fällen liegt eine sogenannte Polyarthrose vor. Geschieht der Gewebeabbau nur in einem Gelenk, sprechen Mediziner von der Monarthrose.

5. Diagnose der Arthrose

Um die richtige Behandlung einleiten zu können, muss der Arzt genau beurteilen, ob es sich um eine Arthrose oder eine rheumatoide Arthritis, die mit ähnlichen Symptomen einhergeht, handelt. Bildgebende Diagnoseverfahren wie Röntgen, Ultraschall, Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) geben Aufschluss über die Art der Gewebeveränderungen in den Gelenken sowie das Stadium, in dem sich die Erkrankung befindet. Welches Verfahren zum Einsatz kommt, wird in jedem Fall individuell entschieden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, im fortgeschrittenen Stadium durch Analysen von Blut, Urin oder Gelenkflüssigkeit detaillierte Informationen über die Entzündungsprozesse zu erhalten, um diese gezielt zu behandeln.

6. Behandlung und Therapiemöglichkeiten

Die Arthrose gilt als nicht-heilbare Erkrankung, da der Verlust von Knorpelmasse nicht rückgängig gemacht werden kann. Die konservative Behandlung zielt daher darauf an, die Beweglichkeit der Gelenke so gut möglich zu erhalten und den Krankheitsverlauf zu verzögern. Gleichzeitig nimmt auch die symptomatische Behandlung der Arthrose einen wichtigen Stellenwert ein. 

6.1. Medikamentöse Behandlung

Um die Beschwerden für die Betroffenen erträglich zu machen, kommen in der Schulmedizin verschiedenen Arzneistoffe mit entzündungshemmender und schmerzlindernder Wirkung zur Anwendung. Präparate erster Wahl, die oral verabreicht werden, sind nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure. Auch Salben mit Diclofenac entfalten eine schmerzdämpfende Wirkung. Bei schwerer Ausprägung stehen Cortisoninjektionen zur Verfügung. Aufgrund der starken Nebenwirkungen von Cortison dürfen diese allerdings nur zeitlich begrenzt zum Einsatz kommen. Als intraartikuläre Therapieform zeigt das Injizieren von Hyaluronsäure direkt in das erkrankte Gelenk in vielen Fällen eine positive Wirkung auf die Beschaffenheit der Knorpelsubstanz. Auch der Wirkstoff Glucosaminsulfat wird erfolgreich eingesetzt, um Stoffwechsel- und Regenerationsprozesse im geschädigten Knorpelgewebe zu fördern.

6.2. Physio- und ergotherapeutische Behandlungsmethoden

In der Ergotherapie kommen verschiedene Maßnahmen zum Einsatz, um die Bewegungsfähigkeit der Patienten zu verbessern und die Schmerzen nachhaltig zu lindern. Die  Ergo- oder Physiotherapie zielt zudem darauf ab, durch Schonhaltungen verursachtem Muskelschwund entgegenzuwirken. Der Krankengymnastik sowie von den Patienten auch zuhause konsequent durchgeführten Übungen kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Auch manuelle Therapieformen sind ein wichtiger Bestandteil der physiotherapeutischen Behandlung, da sie Störungen in den Muskeln, Gelenken und Nervenverbindungen beheben können. 

6.2.1. Die positive Wirkung von Wärme, Kälte und Strom

Viele Physiotherapeuten setzen unterstützend verschiedene physikalische Therapiemaßnahmen als sanfte, nebenwirkungsfreie und ganzheitliche Alternativen zur langfristigen Einnahme von Schmerzmitteln ein. Wärme- und Kälteanwendungen sowie durch Reizstrom erzeugte Impulse entfalten eine äußerst positive Wirkung auf die Durchblutung des geschädigten Gewebes. Bei akuten Schmerzen sind vor allem Kältebehandlungen mit Eisluft, Kompressen oder Umschläge mit Tonerde empfehlenswert, denn sie wirken abschwellend und reduzieren Schmerzen und Entzündungen. Wärmeanwendungen hingegen sind sinnvoll, um das Wohlbefinden zu verbessern und die verspannte Muskulatur zu stärken und zu lockern. Reizstrom wird ebenfalls erfolgreich eingesetzt, um die Schmerzen zu reduzieren und den Blutfluss zu den geschädigten Knorpeln zu erhöhen. 

6.2.2. Die Lokale Vibrationstherapie bei Arthrose

Auch Vibrationen, die mithilfe von Schallwellengeräten direkt in das geschädigte und entzündete Gewebe dringen, beeinflussen das Schmerzempfinden auf positive Weise. Viele Schmerztherapeuten nutzen NOVAFON Schallwellengeräte nicht nur während der Therapiesitzungen, sondern raten ihren Patienten insbesondere, diese zuhause gezielt einzusetzen. Durch eine tägliche Anwendung kann der Schmerz besser in den Griff bekommen werden. Die handlichen Schallwellengeräte erzeugen Vibrationen, die gezielt und lokal in der Region der erkrankten Knorpelsubstanz wirken. Die Vibrationen überlagern den Schmerz, der durch die Arthrose ausgelöst wird, da vom Gehirn nur noch der Vibrationsreiz wahrgenommen wird. Diese Reizüberlagerung dauert oft über die Behandlung hinaus an (Gate-Control-Theorie). Gleichzeitig entfaltet die Lokale Vibrationstherapie auch eine mobilisierende Wirkung, die die Steifigkeit der Gelenke reduziert. Da die Vibrationensreize Schmerzen überlagern und dadurch lindern, sind NOVAFON Schallwellengeräte auch für Arthrose-Betroffene sinnvoll, die eine langfristige Einnahme von Schmerzmitteln vermeiden möchten. 



6.3. Orthopädische Hilfsmittel für Arthrose-Patienten

In vielen Fällen ist es sinnvoll, wenn die Behandlung von einer orthopädischen Betreuung unterstützt wird. Der behandelnde Orthopäde kann abhängig vom betroffenen Gelenk den Einsatz verschiedener Hilfsmittel vorschlagen, die den Alltag der Patienten erheblich erleichtern. Dazu gehören Gehhilfen, Orthesen sowie Bandagen und Fingerschienen. Ist das Sprunggelenk erkrankt, bieten sich neben Fersenkeilen auch Pufferabsätze an, die durch eine integrierte Rampe das Abrollen der Sohle erleichtern.

6.4. Operative Behandlung der Arthrose 

Erst wenn die genannten Behandlungsansätze nicht den gewünschten Erfolg erzielen, kann ein chirurgischer Eingriff in Erwägung gezogen werden. Dazu stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Im Rahmen einer Arthrose-Operation können an verschiedenen Gelenken Knorpelglättungen und Abtragungen von knöchernen Neubildungen vorgenommen werden. Bei einer fortgeschrittenen Gonarthrose haben sich Umstellungsoperationen zur Achsenkorrektur erfolgreich bewährt. Ist das Daumensattelgelenk betroffen, kann der Arzt eine sogenannte Arthroplastik vorschlagen, durch die defektes Knorpelgewebe entfernt wird. Bei einer fortgeschrittenen Arthrose von Fingerendgelenken ist in manchen Fällen eine chirurgische Versteifung, eine sogenannte Arthrodese, angezeigt. Ist die Beweglichkeit stark eingeschränkt, ist eine Endoprothese, das heißt ein künstliches Gelenk, oft die letzte Hoffnung auf eine Verbesserung der Lebensqualität.

7. Auswirkung der Ernährung auf das Krankheitsgeschehen

Die Art der Ernährung spielt eine wesentliche Rolle in der Vorbeugung der Arthrose und kann den Verlauf der Erkrankung äußerst positiv beeinflussen. Viele ganzheitliche Mediziner und Heilpraktiker sprechen sich sogar dafür aus, dass sich die Arthrose als mögliche Folge einer langfristig einseitigen Ernährung entwickelt. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Ernährungsgewohnheiten auf mehreren Ebenen einen direkten Einfluss auf die Gesundheit der Gelenke nehmen. 

7.1. Basenüberschüssige Ernährung zum Schutz der Gelenke

Der Organismus kann seine volle Funktionsfähigkeit nur in einem leicht basischen Milieu erhalten. Als Nebenprodukte der Verdauung von tierischen Fetten, Zucker und Weißmehl entstehen hohe Mengen an Säuren. Um einen Überschuss dieser zellschädigenden Säuren auszugleichen, muss der Körper basisch wirkende Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium einsetzen, die vor allem im Bewegungsapparat eingelagert sind. Dies verursacht auf Dauer einen Nährstoffmangel im Gewebe, der unter anderem auch den Neuaufbau gesunder Knorpelmasse erschwert. Gleichzeitig werden die überschüssigen Säuren, die der Organismus aufgrund der einseitigen Ernährung irgendwann nicht mehr neutralisieren kann, in den Zellen eingelagert und verursachen dort Entzündungsprozesse.

7.2. Durch Gewichtsreduktion Krankheitsverlauf positiv beeinflussen

Auch Übergewicht übt einen äußerst negativen Einfluss auf die Gelenke aus. Diese werden durch das hohe Gewicht mechanisch überbelastet, was deren Verschleiß beschleunigt. Auch die Wirkung der Fettzellen spielt eine wichtige Rolle im Krankheitsgeschehen, da diese Botenstoffe abgeben, die schmerzhafte Entzündungen auslösen und vorantreiben. Eine konsequente Gewichtsreduktion gilt daher als wichtigste Maßnahme, um den Therapieerfolg zu unterstützen und den Verlauf der Arthrose positiv zu beeinflussen. Dies bedeutet in erster Linie, kalorienreduziert zu essen und auf eine basenüberschüssige Ernährung zu achten. Auf tierische Fette, auch jene in Milchprodukten, sollten Arthrose-Patienten weitgehend verzichten. Auch Zucker, Süßigkeiten, Weißmehlprodukte und Fertigbackwaren werden idealerweise gänzlich vom Speiseplan gestrichen. Diese Nahrungsmittel sollten durch nährstoffreiche und komplexe Kohlenhydrate ersetzt werden. Besonders empfehlenswert bei Arthrose sind Vollwertgetreideprodukte, Naturreis, Pseudogetreide wie Amaranth oder Quinoa sowie Kartoffeln. Hirse wird vom Körper besonders stark basisch verstoffwechselt. Sie ist daher eine wichtige und darüber hinaus vielseitig einsetzbare Zutat einer Vollwertküche, die der Gesundheit der Gelenke zugutekommt.

7.3. Die wichtigsten Nährstoffe für gesunde Gelenke auf einen Blick 

- Eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Vitamin C ist unentbehrlich, um die Erkrankung aufzuhalten. Dieser Nährstoff ist an der Kollagensynthese und damit am Aufbau von Knorpelmasse maßgeblich beteiligt. Da er hitzeempfindlich ist, kann er dem Körper nur durch den täglichen Verzehr mehrerer Portionen Obst- und Gemüserohkost zugeführt werden. Hervorragende Quellen sind neben Kiwis, Paprikaschoten und Beeren vor allem Sanddorn, Petersilie und Hagebutten. In unterschiedlicher Konzentration ist Vitamin C jedoch in allen Obst-, Gemüse- und Blattgemüsesorten enthalten.

- Das Spurenelement Mangan wird für den Aufbau und Gesunderhaltung von Bindegewebe benötigt und schützt die Zellen des Knorpelgewebes vor oxidativem Stress. Es ist in Nüssen, Vollwertgetreide, vor allem Hafer, sowie Keimlingen wie etwa Gartenkresse enthalten.

- Ebenso bedeutend für gesunde Stoffwechselprozesse im Knorpelgewebe sind die Spurenelemente Zink, Kupfer und Selen. Durch den regelmäßigen Verzehr von Nüssen, Samen, Fisch aus Wildfang sowie Hülsenfruchten und Hafer ist eine optimale Versorgung gewährleistet.

- Omega-3-Fettsäuren hemmen Entzündungsprozesse im gesamten Organismus und entfalten auch bei Arthrose ihre zellschützende und schmerzlindernde Wirkung. Sie sind vor allem in Nüssen und Samen, daraus gewonnenen hochwertigen Pflanzenölen sowie fettem Meeresfisch wie Makrele und Lachs enthalten. Stehen Nüsse und Samen sowie wertvolle Pflanzenöle auf dem täglichen Speiseplan, steht dem Organismus auch genug Vitamin E, einem weiteren zellschützenden Nährstoff, zur Verfügung.

- Entzündungshemmend wirkt auch Vitamin K. Brokkoli, Blumenkohl, Spinat und anderes Blattgemüse enthalten hohe Mengen dieses Nährstoffs.

- Um der Zerstörung von Zellgewebe in der Knorpelsubstanz entgegenzuwirken, ist auch eine ausreichende Versorgung mit Beta-Carotin wichtig. Es ist in allen gelben und orangefarbenen Obst- und Gemüsesorten enthalten.

- Die Pflanzenstoffe Allizin, Allojen sowie Diallylsulfid wirken im Körper stark entzündungshemmend. Sie sind Bestandteil aller Lauchgewächse wie Lauch und Schnittlauch, Knoblauch und Zwiebeln. Ihre optimale Wirkung entfalten diese Substanzen, wenn der geschnittene Lauch vor dem Verzehr oder der Weiterarbeitung etwa zehn Minuten stehengelassen wird.

- Vitamin D unterstützt die körpereigene Synthese von Interleukin, einem Immun-Botenstoff, der Entzündungsreaktionen bremst. Zudem stärkt Vitamin D die Gesundheit von Knochen und Knorpeln. Dieser Nährstoff ist zwar in Pilzen und fettem Seefisch enthalten, kann dem Körper jedoch mit der Ernährung alleine nicht in ausreichenden Mengen zugeführt werden. Der Organismus produziert das Sonnenvitamin aus UV-Licht und Cholesterin selbst. Nur regelmäßige Bewegung an der frischen Luft macht die Synthese von optimal bioverfügbarem Vitamin D möglich.

8. Bewegung als wichtige Maßnahme gegen das Fortschreiten der Arthrose

Viele Patienten empfinden sportliche Betätigung und Arthrose als Widerspruch. Sanfte und regelmäßige körperliche Bewegung ist jedoch unentbehrlich, um den Verlauf der Erkrankung zu verzögern. Körperliche Aktivität verbessert die Durchblutung und damit verbunden die Nährstoffversorgung der Gelenkinnenhaut. Als sanfte Sportarten für Arthrose-Patienten eignen sich Wandern, Schwimmen, Nordic Walking und Wassergymnastik. Das sportliche Programm sollte jedoch vorher mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

9. Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Arthrose?

Die Arthrose ist eine degenerative Erkrankung chronischen Verlaufs, die mit einer Zerstörung von Knorpelgewebe in den Gelenken einhergeht. Sie kann theoretisch in allen Gelenken des Körpers auftreten, betrifft jedoch meist jene, die durch ihre Lage besonderen Belastungen ausgesetzt sind. 

Welche Gelenke können von Arthrose betroffen sein?

In den meisten Fällen tritt die Erkrankung in verschiedenen Fingergelenken, im Knie, im Schulter- oder Hüftgelenk auf.

Was ist der Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis?

Die Arthrose entwickelt sich als Folge von altersbedingtem Verschleiß und ist mit einer bis zu einem gewissen Grad natürlichen Abnutzung von Knorpelmasse verbunden. Die Arthritis hingegen wird zu den Autoimmunerkrankungen gezählt und ist von chronisch-entzündlichen Prozessen gekennzeichnet.

Welche Symptome sind typisch?

Abhängig vom Krankheitsstadium leiden die Patienten an Belastungs- und Anlaufschmerzen von unterschiedlicher Intensität in den betroffenen Gelenken. Begleitet werden diese von Steifigkeit, Wetterfühligkeit und Schwellungen. 

Wie wird die Arthrose behandelt?

Schmerzmittel, Cortison und verschiedene Substanzen zur Stärkung der Knorpelsubstanz reduzieren die Schmerzen und wirken Entzündungsprozessen entgegen. Bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf mit eingeschränkter Beweglichkeit kann ein operativer Eingriff in Erwägung gezogen werden.

Kann man Arthrose ganzheitlich behandeln?

Ganzheitliche Maßnahmen entfalten auf vielen Ebenen eine positive Wirkung. Dazu zählen Massagen, Wärme- und Kälteanwendungen, Strom und Schallwellen. Eine basenüberschüssige Ernährung mit hoher Nährstoffdichte fördert den Aufbau gesunder Knorpelmasse und kann den Krankheitsverlauf deutlich verzögern oder sogar aufhalten.

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