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Morbus Bechterew – Symptome, Diagnose, Therapiemöglichkeiten und wichtige Tipps für Patienten

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Morbus Bechterew oder Spondylitis ankylosans ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Wirbelsäulengelenke. Sie ist nach dem russischen Neurophysiologen Vladimir Bechterew benannt. Die Erkrankung verursacht Rückenschmerzen, Gelenkssteifheit und eine allmähliche Wirbelsäulenverkrümmung.

Wie Sie diesen Artikel lesen:

Sie möchten sich über Therapiemöglichkeiten informieren, die bei Morbus Bechterew eine nachhaltige Schmerzreduktion bewirken und die Lebensqualität der Patienten erhöhen?

Kapitel 4 bietet Ihnen wertvolle Informationen über schulmedizinische und bewährte alternative Behandlungsmethoden.

Bei Ihnen wurde ein Morbus Bechterew diagnostiziert?

Lesen Sie in Kapitel 2 alles Wissenswerte über den Krankheitsverlauf und mögliche Folgeerkrankungen. Erfahren Sie in Kapitel 4, welche Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen und wie sie wirken. Kapitel 5 enthält wichtige Anleitungen für Patienten, um den Behandlungserfolg gezielt zu unterstützen und trotz Diagnose ein aktives Leben zu führen.

 

Inhaltsverzeichnis: 

1. Typische Symptome im Frühstadium

2. Verlauf und Begleiterkrankungen eines Morbus Bechterew

3. Methoden und Aspekte einer gesicherten Diagnose

3.1. Körperliche Untersuchung als erster Hinweis

3.2. Definition anhand bildgebender Diagnoseverfahren

3.3. Bluttest zur Bestimmung des HLA-B27

4. Therapiemöglichkeiten bei Morbus Bechterew

4.1. Medikamentöse Behandlung einer Spondylitis ankylosans

4.2. Krankengymnastik zum Erhalt der Gesundheit des Bewegungsapparats

4.3. Die Radon-Stollentherapie zur nachhaltigen Linderung der Beschwerden

4.4. Wirksame Kälte- und Wärmebehandlungen

4.5. Lokale Vibrationstherapie zur sanften Schmerzreduktion

4.6. Operativer Eingriff zum Aufrichten der Wirbelsäule

5. Wichtige Maßnahmen und Tipps für Patienten

5.1. Wirksame Übungen als Ergänzung zur Krankengymnastik

5.2. Die richtige Ernährung bei Morbus Bechterew

5.3. Immer in Bewegung bleiben

6. Häufig gestellte Fragen

 

1. Typische Symptome im Frühstadium

Morbus Bechterew ist auf eine Fehlfunktion von Immunzellen zurückzuführen. Diese richten sich aus noch ungeklärter Ursache gegen körpereigenes Gewebe im Bereich der Wirbelsäule und Gelenke und lösen dort chronische Entzündungsprozesse aus. Dies hat zur Folge, dass das betroffene Gewebe zunehmend zerstört wird. Die meisten Menschen, die an Morbus Bechterew erkranken, bemerken die ersten Symptome im dritten oder vierten Lebensjahrzehnt. Tritt die Erkrankung bereits im Jugendalter auf, sprechen Ärzte von der sogenannten juvenilen Spondylitis ankylosans.

Im Frühstadium manifestiert sich die Erkrankung als im tiefen Rücken sitzender, entzündlicher Schmerz, der während der Nachtruhe oder am Morgen auftritt. Dafür verantwortlich ist eine Entzündung des Kreuzbein-Darmbein-Gelenks, auch Iliosakralgelenk genannt. Charakteristisch für einen Morbus Bechterew ist das Nachlassen der Schmerzen nach dem Aufstehen oder bei körperlicher Bewegung. Dies führt dazu, dass viele Betroffene frühzeitig das Bett verlassen und deren Schlafrhythmus dadurch erheblich beeinträchtig wird. Häufig treten als Begleitbeschwerden eines anfänglichen Morbus Bechterew neben einer chronischen Müdigkeit auch eine leicht erhöhte Körpertemperatur, Appetitlosigkeit und damit verbundener Gewichtsverlust auf.

2. Verlauf und Begleiterkrankungen eines Morbus Bechterew 

Bei fortgeschrittener Erkrankung kommt es entzündungsbedingt zu einer Verknöcherung zwischen Wirbelkörpern und Gelenken im unteren Bereich der Wirbelsäule. Dies führt zu einer Versteifung und dadurch erheblichen Bewegungseinschränkungen. Langsam weitet sich die Entzündung auch auf die oberen Bereiche der Wirbelsäule aus und führt zu heftigen Schmerzen in der Brust, in den Lenden und in der Nackenregion. Im Spätstadium kommt es durch die verminderte Bewegungsfähigkeit zu einer Rückbildung der stabilisierenden Muskulatur und zu Verformungen von Gelenken. In vielen Fällen verursacht eine Spondylitis ankylosans auch eine Osteoporose, die mit einem hohen Risiko für Knochenbrüche einhergeht. Rund die Hälfte aller Morbus-Bechterew-Patienten leidet zumindest einmal an einer Entzündung der Regenbogenhaut des Auges. Nur in seltenen Fällen greift die Erkrankung auf lebenswichtige Organe wie die Lungen, das Herz oder die Nieren über.

3. Methoden und Aspekte einer gesicherten Diagnose 

Morbus Bechterew wird in den westlichen Industrienationen bei rund 0,2 Prozent der Bevölkerung diagnostiziert. Schätzungen zufolge erkranken jedoch bis zu 0,5 Prozent aller Menschen in Europa im Laufe ihres Lebens an Morbus Bechterew. Lange Zeit war die Annahme, die Erkrankung würde deutlich mehr Männer als Frauen betreffen, weit verbreitet. Inzwischen ist sie wissenschaftlich eindeutig widerlegt. Sie basierte auf der Tatsache, dass die Krankheit in der Vergangenheit bei Frauen seltener diagnostiziert wurde als bei Männern. Ein weiterer Grund für diese Fehleinschätzung ist der bei Frauen oft langsamere Verlauf eines Morbus Bechterew, was die Diagnose durch Röntgenuntersuchungen erschwert.

3.1. Körperliche Untersuchung als erster Hinweis 

Beim ersten Auftreten der charakteristischen Symptome ist der Hausarzt oder ein Orthopäde für den Patienten der richtige Ansprechpartner. Dieser wird basierend auf einer umfassenden Anamnese, die die individuelle Krankengeschichte des jeweiligen Patienten ebenso miteinschließt wie Krankheitsfälle in dessen Familie, den Verdacht auf Morbus Bechterew äußern. In der Regel wird dann ein Facharzt für Rheumatologie hinzugezogen. Dieser nimmt zunächst eine körperliche Untersuchung vor, um die Beweglichkeit und den Zustand der Wirbelsäule genau zu beurteilen. Um die Wirbelsäule und den Rücken zu messen, kommen die Methoden von Schober und Ott zur Anwendung. Auch der Brustumfang, der während des tiefen Ein- und Ausatmens bestimmt wird, liefert wichtige Hinweise, ob ein Morbus Bechterew vorliegt. 

3.2. Definition anhand bildgebender Diagnoseverfahren

Im Frühstadium deutet eine Entzündung des Iliosakralgelenks auf die Erkrankung hin. Der Rheumatologe kann eine solche durch einen besonderen Handgriff, das sogenannte Mennell-Zeichen, diagnostizieren. Zusätzlich wird er eine Magnetresonanztomografie durchführen lassen, um die Entzündung dieses Gelenks als frühes Anzeichen genau definieren zu können. Ist die Erkrankung schon weiter fortgeschritten, lassen sich auf Röntgenbildern Verknöcherungen von Wirbeln und Bändern sowie Verkrümmungen der Wirbelsäule eindeutig erkennen.

3.3. Bluttest zur Bestimmung des HLA-B27 

Obwohl die genauen Ursachen der Spondylitis ankylosans bis heute nicht eindeutig definiert sind, spielt die genetische Veranlagung eine wesentliche Rolle. Auffallend häufig erkranken mehrere Familienmitglieder an einem Morbus Bechterew. Über neunzig Prozent aller Betroffenen tragen auf der Oberfläche ihrer Zellen ein bestimmtes Erbmerkmal, das wichtige Hinweise für die Diagnose liefert. Dabei handelt es sich um ein Eiweiß mit der Bezeichnung HLA-B27, das sich durch Bluttests genau bestimmen lässt. Allerdings ist dieses humane Leukozyten-Antigen auch bei vielen Menschen nachweisbar, die nicht an Morbus Bechterew erkrankt sind oder die Krankheit nie entwickeln. Daher ist ein positiver Bluttest als alleiniges Diagnosekriterium nicht ausschlaggebend.

4. Therapiemöglichkeiten bei Morbus Bechterew

Eine ursächliche Behandlung der Spondylitis ankylosans ist nach heutigem Wissensstand nicht möglich. Keine Therapie ist in der Lage, den der Erkrankung zugrundeliegenden Fehlsteuerungen des Immunsystems entgegenzuwirken. Jede Behandlung zielt daher darauf ab, deren negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Patienten zu minimieren. Durch ein Zusammenspiel verschiedener Therapieansätze können die Entzündungsprozesse gelindert, die Schmerzen reduziert sowie die Fehlhaltungen und Beweglichkeit der Wirbelsäule verbessert werden.

4.1. Medikamentöse Behandlung einer Spondylitis ankylosans

Die medikamentöse Behandlung eines Morbus Bechterew basiert auf einer Schmerztherapie, die gleichzeitig entzündungshemmende Eigenschaften entfaltet. Arzneimittel erster Wahl sind jene aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika oder NSAR, vor allem Diclofenac. Spricht der Patient auf diese Rheumaschmerzmittel nicht ausreichend an, kann der behandelnde Arzt eine kurzfristige Behandlung mit Glukokortikoiden vorschlagen. Glukokortikoide wirken auf Basis von Cortison und sind in der Lage, akute Entzündungsprozesse zu stoppen und dadurch die Schmerzen zu unterdrücken. Äußerlich können solche Präparate auch bei begleitenden Entzündungen der Iris erfolgreich angewendet werden. Langanhaltende Entzündungen, die auf Gelenke und Sehnen anderer Körperbereiche übergreifen, machen häufig eine zusätzliche Basistherapie mit Wirkstoffen wie Sulfasalazin notwendig. Eine hohe Krankheitsaktivität kann die Behandlung mit sogenannten TNF-alpha-Blockern als Infusionen oder subkutane Injektionen erforderlich machen. Da diese das individuelle Risiko für mitunter gefährliche Infektionskrankheiten drastisch erhöhen, sollte eine solche Behandlung sehr sorgfältig überlegt werden. Unabhängig davon, welches Medikament zur Behandlung eines Morbus Bechterew zum Einsatz kommt, sind bei einer langfristigen Therapie teils erhebliche Nebenwirkungen zu erwarten, die die Lebensqualität und allgemeine Gesundheit der Patienten negativ beeinträchtigen können. In vielen Fällen können Behandlungsmethoden der physikalischen Therapie einen deutlich verminderten Einsatz oder sogar Verzicht auf Rheumaschmerzmittel ermöglichen. 

4.2. Krankengymnastik zum Erhalt der Gesundheit des Bewegungsapparats 

Die Krankengymnastik ist ein zentraler Aspekt einer langfristig erfolgreichen Therapie von Morbus Bechterew. Sie zielt darauf ab, den Schmerzen entgegenzuwirken, den mit der Verkrümmung der Wirbelsäule verbundenen Rundrücken zu verhindern und einer Gelenksversteifung vorzubeugen. Durch die krankheitsbedingten Fehlhaltungen verursachten Verkürzungen und Schwächen der Muskeln werden durch Krankengymnastik ebenfalls erfolgreich korrigiert, was sich äußerst positiv auf die allgemeine Bewegungsfähigkeit der Betroffenen auswirkt. Die aktive Mitarbeit des Patienten ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der Therapie. Unter Anleitung des behandelnden Physiotherapeuten führen die Betroffenen Übungen aus, die durch Reiz- und Druckeinwirkungen verschiedene Bewegungsmuster begünstigen, die Nährstoffversorgung der Wirbel erhöhen und die Haltemuskeln trainieren. Gleichzeitig verbessern sich durch die Krankengymnastik langfristig die Gleichgewichtsfähigkeit, die Stabilität und Mobilität der Wirbelsäule sowie die aufrechte Körperhaltung. Viele Übungen können die Patienten auch zuhause regelmäßig durchführen, um die Symptome und Schmerzen dauerhaft zu lindern.

4.3. Die Radon-Stollentherapie zur nachhaltigen Linderung der Beschwerden

Bei nahezu allen degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule und Gelenke entfaltet die Radontherapie einen nachweislich positiven Einfluss. Radon ist ein sehr gering radioaktives Edelgas. Die im Rahmen von stationären Aufenthalten in Rehabilitationszentren durchgeführten Bäder im Heilstollen aktivieren durch die Einwirkung von Radon, Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit die natürlichen Selbstheilungskräfte des Körpers. Bei Morbus Bechterew gilt die Radon-Behandlung als die effektivste natürliche Schmerztherapie und entfaltet gleichzeitig eine stark entzündungshemmende Wirkung aufgrund der Aktivierung verschiedener antiinflammatorischer Zytokine. Viele Patienten berichten nach einer Radon-Stollentherapie von langen schmerzfreien Phasen, die bis zu zwölf Monate andauern können. Wiederholungen einer mehrwöchigen Radontherapie in regelmäßigen Abständen ermöglichen Betroffenen, auch ohne Einnahme von Medikamenten nahezu beschwerdefrei zu leben.

4.4. Wirksame Kälte- und Wärmebehandlungen

Wärmebehandlungen entfalten bei chronischen Schmerzen, die im Rahmen einer Morbus-Bechterew-Erkrankung auftreten, auf vielen Ebenen eine positive Wirkung. Wärme erhöht die Durchblutung und verbessert dadurch die Nährstoffversorgung im entzündungsbedingt geschädigten Gewebe. Im Rahmen stationärer Aufenthalte haben sich vor allem Heilbehandlungen in Thermal- oder Moorbädern, Fangopackungen, Massagen und der Einsatz der Elektrotherapie erfolgreich bewährt. Viele Menschen, die unter Morbus Bechterew leiden, empfinden auch Kälteanwendungen als schmerzlindernd – insbesondere während der akuten Schübe. Behandlungen in der Kältekammer reduzieren nicht nur den Schmerz, sondern erleichtern auch die körperliche Bewegung und das aktive Durchführen der Krankengymnastik.

4.5. Lokale Vibrationstherapie zur sanften Schmerzreduktion

Eine gesteigerte Durchblutung im entzündeten Gewebe ist eine zentrale Grundvoraussetzung dafür, dass der Körper seine Selbstheilungskräfte mobilisiert. Im Rahmen der Lokalen Vibrationstherapie dringen Vibrationen mehrere Zentimeter tief in das betroffene Gewebe wodurch die Durchblutung gesteigert wird und die behandelte Stelle sich erwärmt. Mit dem Blut gelangen frische Nährstoffe und Sauerstoff in das Zellgewebe. Gleichzeitig bewirkt die lokale Vibrationstherapie bei regelmäßiger Anwendung, dass die Schmerzen durch den Vibrationsreiz überlagert werden – dies führt zu einer Unterbrechung der Schmerzweiterleitung zum Gehirn (Gate Control Theorie). Für Menschen, die unter Morbus Bechterew leiden, steht mit den Schallwellengeräten von NOVAFON eine auch zuhause einfach anwendbare, medikamentenfreie Alternative zur Linderung der Schmerzen zur Verfügung.

4.6. Operativer Eingriff zum Aufrichten der Wirbelsäule 

Nur in seltenen Fällen und im fortgeschrittenem Stadium der Erkrankung wird der Arzt eine Operation in Erwägung ziehen. Diese ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Fehlhaltungen und Verkrümmung der Wirbelsäule so stark ausgeprägt sind, dass der Patient nicht mehr aufrecht gehen oder mit anderen Menschen Blickkontakt halten kann. Auch wenn alltägliche Handlungen wie die Nahrungsaufnahme oder berufliche Tätigkeiten behindert sind, wird ein chirurgischer Eingriff notwendig. Die Wahl der geeigneten Operationsmethode richtet sich nach der Ausprägung der Erkrankung. Aufrichtungsoperationen sind heute mit geringen Risiken verbunden. Auch nach einem chirurgischen Eingriff kommt der Krankengymnastik jedoch eine zentrale Rolle zu, um einen langfristigen Behandlungserfolg sicherzustellen. 

5. Wichtige Maßnahmen und Tipps für Patienten

Der zeitliche Verlauf eines Morbus Bechterew hängt wie dessen Prognose nicht nur von einer optimal auf den jeweiligen Krankheitsfall abgestimmten Therapie ab, sondern auch von einigen durch die Patienten selbst konsequent durchgeführten Maßnahmen. Die Betroffenen können einiges dazu beitragen, um trotz ihrer körperlichen Einschränkungen ein aktives Leben zu führen. Um die Bewegungsfähigkeit zu erhalten und die Entzündungsprozesse zu dämpfen, sind in den Alltag integrierte Übungen und einige drastische Änderungen der Ernährungsgewohnheiten zugunsten einer gezielten Zufuhr dringend benötigter Nährstoffe wichtige Grundvoraussetzungen.

5.1. Wirksame Übungen als Ergänzung zur Krankengymnastik 

Viele Übungen, die in der Krankengymnastik unter Anleitung des Physiotherapeuten erlernt werden, lassen sich auch problemlos in den Alltag integrieren. Bei regelmäßigem Durchführen tragen sie maßgeblich dazu bei, der gefürchteten Wirbelsäulenkrümmung vorzubeugen. Eine bewährte Übung ist das in Liegeposition wiederholte Auf- und Abwärtsrollen des Rückens auf einem Gymnastikball. Dabei sollten Gesäß und Bauch angespannt und die Arme über dem Kopf ausgestreckt sein, damit der gesamte Rücken eine gerade und stabile Unterlage bilden kann. Nach einem kurzen Halten dieser Position richtet sich der Körper nur durch die Kraft der Muskulatur langsam in den Sitz auf. Dies kräftigt die Haltemuskulatur in hohem Maße und bewirkt eine nachhaltige Verbesserung der Stabilität.

Zur Mobilisierung der steifen Wirbelsäulenmuskulatur hat sich die folgende Übung erfolgreich bewährt: der Patient stellt sich seitlich an eine Wand, die durch dank rechtwinkelig hinter dem Rücken abgespreiztem Arm mit der Handfläche berührt wird. Indem er den gesamten Körper langsam von der Wand wegdreht, entsteht im Brust- und Schulterbereich ein Dehngefühl. Dieses sollte etwa dreißig Sekunden lang gehalten werden, bevor zur Wiederholung der Übung die Seite gewechselt wird. 

Die charakteristisch krumme Körperhaltung sollte jeder Patient im Alltag immer wieder bewusst kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren. Dies gelingt am besten durch das seitliche Betrachten in einem Ganzkörperspiegel. Dabei werden der Bauch angespannt und die Schultern nach hinten und unten gezogen. Der Patient nimmt dadurch automatisch eine wesentlich aufrechtere Körperposition ein, die im Spiegel eindeutig erkennbar wird.

5.2. Die richtige Ernährung bei Morbus Bechterew

Der Verlauf einer Spondylitis ankylosans kann durch eine konsequente Ernährungsumstellung, einen ausgewogenen, vitalstoffreichen Speiseplan und einen gesunden Lebensstil in hohem Maße positiv beeinflusst werden. Besonders jenen Lebensmitteln, die entzündungshemmende Substanzen enthalten, kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Ungesättigte Fettsäuren, vor allem Omega-3-Fettsäuren, besitzen die Eigenschaft, Prostaglandine zu hemmen. Diese Gewebshormone sind für die Entzündungsprozesse verantwortlich und beeinflussen zudem das Schmerzempfinden. Hohe Mengen an Omega-3-Fettsäuren befinden sich in Kaltwasserfischen sowie verschiedenen kaltgepressten Pflanzenölen. Während die Aktivität der Prostaglandine durch ungesättigte Fettsäuren unterbrochen werden kann, wird sie durch die Einwirkung von Arachidonsäure gefördert. Der menschliche Organismus benötigt Arachidonsäure, um Prostaglandine herzustellen. Diese Substanz ist in unterschiedlicher Konzentration in nahezu allen tierischen Lebensmitteln enthalten. Vor allem Fleisch sowie Fleischerzeugnisse und Wurstwaren weisen einen hohen Anteil an Arachidonsäure auf. Menschen, die an Morbus Bechterew erkrankt sind, sollten daher auf Fleisch und Fleischprodukte weitgehend verzichten. Dies bewirkt auf ganzheitliche und nachhaltige Weise einen deutlich spürbaren Rückgang der Krankheitssymptome. Werden Fleischmahlzeiten durch zwei bis drei wöchentliche Portionen Seefisch aus kalten Gewässern ersetzt, erhält der Körper entzündungshemmende Fettsäuren in ausreichenden Mengen. Empfehlenswert sind Lachs, Makrele, Hering und Sardinen – idealerweise aus Wildfang oder aus ökologischer Aquakultur.

Betroffene sollten auch ihren Konsum an Butter und Käse reduzieren und tierische Fette gänzlich durch hochwertige Pflanzenöle ersetzen. Kaltgepresstes Leinöl ist eine besonders wertvolle Ergänzung des Speiseplans von Morbus-Bechterew-Patienten, da es bis zu zehnmal mehr Omega-3-Fettsäuren enthält als Lachsfilet. Salate können neben Leinöl auch mit Walnussöl verfeinert werden, das diese entzündungshemmenden Fettsäuren ebenfalls in hohen Mengen enthält. Zum Kochen und Braten empfiehlt sich die Verwendung von hochwertigem, unraffiniertem Olivenöl oder Rapsöl. Wichtige Lieferanten für ungesättigte Fettsäuren sind neben Fisch und Pflanzenölen auch Nüsse, Samen und Avocados. Diese sollten daher auf dem täglichen Speiseplan stehen. Ein weiterer wichtiger Nährstoff im Kampf gegen Morbus Bechterew ist Vitamin E. Es reduziert nicht nur chronische Entzündungen, sondern schützt auch die Gelenke vor Gewebeschädigungen und unterstützt den Erhalt von gesunder Knorpel- und Knochenstruktur. Vitamin E kommt in Sonnenblumenkernen ebenso vor wie in Mandeln und Vollkornprodukten. Mit mehreren täglichen Portionen Obst und Gemüse, vor allem in Form von Rohkost, ist eine ausreichende Zufuhr von Vitamin C, A, Folsäure und sekundären Pflanzenstoffen gewährleistet. Diese Nährstoffe schützen die Zellen vor schädlichen Umwelteinflüssen, unterstützen deren intakten Stoffwechsel und erhöhen die Aufnahme entzündungshemmender Substanzen im Gewebe. Damit alle wichtigen Nährstoffe ihre Wirkung im Körper voll entfalten können, sollten Betroffene auf Nikotin konsequent verzichten und ihren Alkoholkonsum drastisch reduzieren.

5.3. Immer in Bewegung bleiben

Auch tägliche Bewegung an der frischen Luft trägt maßgeblich dazu bei, die Beschwerden zu lindern und den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen. Der Körper ist dadurch in der Lage, ausreichende Mengen an Vitamin D aus Sonnenlicht zu synthetisieren. Vitamin D spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel, um chronische Entzündungen zum Abklingen zu bringen. Gleichzeitig kann moderate sportliche Aktivität an der frischen Luft die seelische Gesundheit der Patienten deutlich verbessern. Dies wirkt psychisch bedingten fehlerhaften Körperhaltungen entgegen, die den Erfolg der Therapie oft negativ beeinflussen. Sportliche Bewegung trainiert in der Krankengymnastik gezielt gekräftigte Muskelpartien zusätzlich. Durch den mit der körperlichen Bewegung verbundenen Stressabbau sind die Patienten zudem in der Lage, die Schmerzen besser zu bewältigen. Empfohlene Sportarten sind solche, die eine aufrechte Haltung der Wirbelsäule begünstigen und die Beweglichkeit der Gelenke erhöhen – wie etwa Radfahren, Langlaufen, Rückenschwimmen, Nordic Walking und Wandern. Um bei einem fortgeschrittenen Morbus Bechterew Verletzungen des Bewegungsapparats zu verhindern, sollte jedes Training, das den Rücken belastet, konsequent gemieden werden. Sportarten wie Alpinskifahren, Ballsport, Tennis oder Joggen gehen mit ruckartigen Bewegungen einher und sind daher bei einer erhöhten Anfälligkeit für Osteoporose gänzlich ungeeignet.

6. Häufig gestellte Fragen

Was ist Morbus Bechterew? 

Morbus Bechterew ist eine chronische rheumatische Erkrankung der Wirbel, die mit Rücken- und Gelenksschmerzen einhergeht und unbehandelt eine Versteifung der Wirbelsäule bedingt.

Wodurch wird Morbus Bechterew ausgelöst?

Der Erkrankung liegt eine Fehlsteuerung des Immunsystems zugrunde. Dieses zerstört fälschlicherweise gesundes Gewebe im Bereich der Wirbel und Gelenke.

Welche Symptome sind typisch?

Die Patienten leiden vor allem nachts und in den frühen Morgenstunden an Rückenschmerzen und Steifigkeit. Allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Appetitlosigkeit und Müdigkeit treten ebenfalls auf.

Ist Morbus Bechterew heilbar?

Nach heutigem Wissensstand steht keine ursächliche Behandlung zur Verfügung. Die Erkrankung gilt daher als nicht heilbar, ihr Verlauf kann jedoch durch verschiedene Therapieansätze und Maßnahmen positiv beeinflusst werden.

Welche Begleiterkrankungen sind möglich?

Viele Patienten leiden wiederholt an Entzündungen der Iris oder der Gelenke in anderen Körperbereichen. Auch eine Osteoporose kann als Begleiterkrankung auftreten.

Welche Behandlungsmaßnahmen zeigen Erfolg?

Verschiedene Medikamente lindern die Schmerzen und die Entzündung. Krankengymnastik erhöht die Beweglichkeit und wirkt einer Versteifung der Wirbelsäule entgegen. Als sanfte Therapiemethoden zur Schmerzreduktion haben sich die Radon-Stollentherapie und die Lokale Vibrationstherapie besonders erfolgreich bewährt.

Was kann ich als Patient selbst tun, um den Verlauf von Morbus Bechterew positiv zu beeinflussen?

Regelmäßige Übungen kräftigen die stabilisierende Muskulatur und erhöhen die Beweglichkeit. Sanfte Sportarten sollten in den Alltag integriert werden. Der Verzicht auf Fleisch und Wurstwaren sowie eine hohe Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren und Vitaminen tragen zu einer nachhaltigen Reduktion der Entzündungsprozesse bei und verhindern weitere Gewebsschädigungen.

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