Schmerzgedächtnis bei Pferden – erinnert sich dein Pferd an Schmerzen?

Pferde sind sensible Lebewesen, die Schmerzen genauso empfinden können wie wir Menschen. Das Schmerzgedächtnis spielt dabei eine entscheidende Rolle, da es auch nach der Behandlung Schmerzen abspeichern kann. Lies hier weiter und erfahre mehr über das Schmerzgedächtnis bei Pferden. Außerdem zeigen wir dir in diesem Blogbeitrag, wie die lokale Vibrationstherapie von NOVAFON als wirksame Schmerztherapie eingesetzt werden kann, um das Schmerzgedächtnis zu durchbrechen und die Lebensqualität der Pferde zu verbessern.

Was ist überhaupt ein Schmerzgedächtnis?

Bei einem Schmerzgedächtnis handelt es sich um eine Art neuronales Gedächtnis im Nervensystem, das Schmerzerfahrungen speichert und die Reaktionen auf zukünftige Schmerzreize beeinflusst. Wenn ein Pferd Schmerzen erlebt, sei es durch Verletzungen, Entzündungen oder chronische Erkrankungen, senden die Schmerzrezeptoren im Körper elektrische Signale an das Gehirn. Das Gehirn interpretiert diese Signale als Schmerzempfindungen und reagiert entsprechend, indem es eine Schutzreaktion auslöst, um das Pferd vor weiteren Schäden zu bewahren. Das Problem entsteht, wenn der Schmerz chronisch wird oder wiederholt auftritt. In solchen Fällen kann das Nervensystem des Pferdes eine Art "Überempfindlichkeit" entwickeln. Das bedeutet, dass selbst nachdem die ursprüngliche Schmerzquelle behoben wurde, das Gehirn weiterhin Schmerzsignale empfangen und Schmerzempfindungen erzeugen kann. Das Schmerzgedächtnis ist ein komplexes Zusammenspiel zwischen dem Gehirn, dem Nervensystem und anderen beteiligten Strukturen. Das Nervensystem speichert Informationen über vergangene Schmerzerfahrungen, einschließlich der Intensität, Dauer und Lokalisation des Schmerzes. Diese Informationen beeinflussen die zukünftige Schmerzwahrnehmung und können dazu führen, dass das Pferd empfindlicher auf Schmerzreize reagiert. Das Schmerzgedächtnis kann dazu führen, dass ein Pferd auch nach Abklingen der ursprünglichen Schmerzursache weiterhin Schmerzen empfindet. Es kann zu einer anhaltenden Schmerzempfindlichkeit führen, bei der bereits geringfügige Reize als schmerzhaft wahrgenommen werden.

Effektive Schmerztherapie für Pferde mit der lokalen Vibrationstherapie

Um das Schmerzgedächtnis bei Pferden zu durchbrechen und ihre Lebensqualität zu verbessern, ist eine wirksame Schmerztherapie unerlässlich. Dabei geht es nicht nur darum, den akuten Schmerz zu behandeln, sondern auch die zugrunde liegende Ursache zu erkennen und anzugehen. Eine ganzheitliche Herangehensweise ist wichtig, um das Wohlbefinden des Pferdes langfristig zu gewährleisten.

Schmerzdiagnose:

Der erste Schritt besteht darin, den Schmerz beim Pferd zu erkennen und zu diagnostizieren. Dabei ist es wichtig, auf die verschiedenen Anzeichen und Symptome zu achten, die auf Schmerzen hinweisen können, wie z.B. Lahmheit, ungewöhnliche Körperhaltung, Empfindlichkeit bei Berührung, Verweigerung der Nahrungsaufnahme und Verhaltensänderungen. Tiermediziner:innen können eine genaue Diagnose stellen. Tierphysiotherapeut:innen helfen mit einem individuellen Behandlungsplan.

Mein Pferd hat ein Schmerzgedächtnis – was kann ich tun?

Behandlungsmöglichkeiten:

Tierphysiotherapeutin Lisa Schwemmle erklärt, dass physiotherapeutische Maßnahmen, wie Massagen und Dehnübungen genutzt werden können, um dem Schmerzgedächtnis entgegenzuwirken. Weiterhin hat sie für euch 5 Tipps, wie ihr das Schmerzgedächtnis euere Pferde reduzieren könnt:

  1. Das betroffene Gewebe sollte immer weich und entspannt sein.
  2. Arbeitet in diesem Bereich mit verschiedenen Massagetechniken, wie z.B. Ausstreichungen mit der Hand, oder einem Massagetool.
  3. Durch die Berührungen kommt Wärme in die Muskulatur, welche das Gewebe entspannt.
  4. Zusätzliche Wärmezufuhr erreicht ihr mit einer Wärmflasche, oder einem Körnerkissen. Achtet darauf, dass es nicht zu heiß ist.
  5. Dehnübungen um die Muskulatur elastisch zu halten sind sehr wichtig. Lasst euch dies von einem geschulten Therapeuten zeigen.